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Kapitalbedarfsplan

Klären Sie zunächst wie hoch Ihr Kapital- oder Finanzbedarf ist. Stellen Sie dazu einen detaillierten Kapitalbedarfsplan (s. Software) auf. Der Kapitalbedarf zur Unternehmensgründung ist der Betrag, den Sie benötigen, um mit Ihrem Unternehmen zu starten und - was viele vergessen - die erste Anlaufphase finanziell zu überstehen. Planen Sie daher gewissenhaft und kalkulieren Sie eine Reserve für Unvorhersehbares ein. Nur so können Sie spätere Finanzierungsengpässe vermeiden.

Unterscheiden Sie Investitionen mit lang-, mittel- und kurzfristiger Kapitalbindungsdauer.

Zu den langfristigen Investitionen zählen Ausgaben für den Grundstück- und Gebäudeerwerb, für Maschinen und Anlagen, für den Fuhrpark, Ausgaben für die Nutzung von Patenten, Lizenzen und Franchiseeinstiegsgebühren aber auch Ausgaben für den Kauf eines Unternehmens oder einer Beteiligung an einem bestehenden Unternehmen.

Ausgaben für das so genannte Umlaufvermögen binden Ihr Kapital mittel- bzw. kurzfristig. Hierzu zählen Ausgaben für Waren- oder Materialausstattung, Rohstoffe, Hilfs- und Betriebsstoffe.

Bei der Warenerstbestandsermittlung kann auf Branchenzahlen z.B. des Instituts für Handelsforschung (www.ifhkoeln.de), die Branchenberichte der Banken und Sparkassen sowie der Handwerks- und Industrie- und Handelskammer zurückgegriffen werden.

 

1. Kapitalbedarfsermittlung zur Vorfinanzierung betrieblicher Kosten (Betriebsmittel)

Damit Sie in der Startphase immer zahlungsfähig bleiben, ist es zwingend notwendig, dass Sie den Kapitalbedarf zur Vorfinanzierung betrieblicher Kosten (Betriebsmittel) nicht unterschätzen. Kalkulieren Sie deshalb die Höhe Ihrer Betriebsmittel, wie Personalkosten inkl. Sozialabgaben und Steuern, laufende Sachkosten (Miete inkl. Nebenkosten, Werbung, Versicherungen, Reparaturen, Steuerberatung, Beiträge für Kammern, Berufsgenossenschaften und Verbände) sowie die Zinsen, die Ihnen pro Jahr entstehen werden.
Ermitteln Sie dann den Zeitraum, der voraussichtlichen verstreicht bis Sie über den Umsatzprozess diese Ausgaben wahrscheinlich wieder einnehmen, die so genannte durchschnittliche Vorfinanzierungsdauer (mindestens 90 Tage). Das Produkt aus beiden Positionen ist dann der Kapitalbedarf zur Vorfinanzierung der betrieblichen Kosten.

2. Kapitalbedarfsermittlung zur Vorfinanzierung der Außenstände

Sie müssen berücksichtigen, dass Ihre Umsätze nicht immer bar und sofort abgewickelt werden. Es wird auch Kunden geben, die auf Rechnung oder Ziel d.h. später zahlen werden. Diese Beträge müssen Sie vorfinanzieren. Wie hoch dieser Betrag ist, ist zum einen abhängig vom Anteil der Barverkäufe am Gesamtumsatz und zum anderen von der durchschnittliche Zahlungszielinanspruchnahme Ihrer Kunden in Tagen.

3. Kapitalbedarfsermittlung für die privaten Ausgaben (Unternehmerlohn)

Soweit Kosten für die Private Lebens- und Haushaltsführung nicht anderweitig sichergestellt sind, sollten Sie auch diese in den Kapitalbedarf einbeziehen.

  • Miete oder Kapitaldienst für die private Wohnung
  • Ausgaben für Gas, Wasser, Strom
  • Krankenversicherung
  • Altersvorsorge, Risikomanagement
  • Lebensunterhalt und sonstige Ausgaben, private Anschaffungen
  • Steuern auf das Einkommen. (Mit der Anmeldung Ihres Gewerbes ist gleichzeitig eine Meldung ans Finanzamt verbunden. Das Finanzamt verlangt von Ihnen eine Gewinnprognose, die als Bemessungsgrundlage für Ihre Steuervorauszahlung dient.)

Tipp: Als vorsichtiger Kaufmann können Sie durchaus einen Gewinn von 0 prognostizieren. Mit der Folge, dass Sie keine Steuer vorauszahlen müssen. Aber Vorsicht, spätestens mit der Abgabe Ihrer Steuererklärung werden Ihre Gewinne erfasst und somit auch versteuert.

Die Summe der obigen Positionen ist Ihre private monatliche Belastung bzw. der zu kalkulierende Unternehmerlohn. Schreiben Sie diesen Betrag über mindestens 6, besser 12 Monate fort und bilden die Summe. Damit haben Sie für die Startphase ein verläßliches finanzielles Polster einkalkuliert. Denn Sie müssen berücksichtigen, dass in der Anfangsphase, die je nach Branche unterschiedlich lang sein kann, wenig oder sogar gar keine Einnahmen in Ihre Kasse fließen werden.

4. Kapitalbedarfsermittlung für die Gründungskosten

Neben den Kosten für die Gewerbeanmeldung und vielleicht einem Handelsregistereintrag entstehen je nach gewählter Rechtsform und je nach Vorhaben weitere Kosten, so z.B. Steuer- und Rechtsanwaltskosten, Notargebühren, Gebühren für Genehmigungs- oder Schulungsverfahren, Maklergebühren, Mietkaution, Kosten für die Eröffnungswerbung, Kosten für Büromaterial und Geschäftsdrucksachen, Kosten für Gründungsberatungen und Existenzgründungsseminare, etc.
Mit Hilfe des „ lexware existenzgründers“ können Sie jetzt Ihren voraussichtlichen Kapitalbedarf für Ihre Existenzgründung ermitteln.
Erscheint Ihnen bereits nach dieser Kalkulation die Summe des Kapitalbedarfs als zu hoch und nicht finanzierbar, beziehungsweise auch zu risikoreich haben Sie zwei Möglichkeiten:
Sie verabschieden sich von diesem Projekt oder Sie gehen noch einmal mit dem Rotstift durch Ihre Kalkulation und streichen konsequent alles Überflüssige, vielleicht geht es ja auch schlicht eine Nummer kleiner oder günstiger.


SparTipps: Büroeinrichtung, Geräte, Anlagen, Maschinen können auch gebraucht gekauft werden. Einsparpotential bis zu 80%.
Tipp: Für Gebrauchtmaschinen gibt es spezielle Messen.
LinkTipp: www.resale-germany.com

 

Fahrzeuge aber auch Maschinen können gemietet bzw. geleast werden. Damit sinkt Ihr Kapitalbedarf. Prüfen Sie aber parallel dazu auch die Rentabilität beider Alternativen, Kauf oder Miete/Leasing, auf lange Frist.
Prüfen Sie Ihre möglichen Optionen hinsichtlich Eigenerstellung oder Fremdbezug. Oft werden Leistungen außerhalb Ihres Betriebes günstiger angeboten als es Ihre eigene Kalkulation erlaubt. Dies gilt für Produkte aber auch für Dienstleistungen Z.B. Büro- oder Buchhaltungsservice.
Sondieren Sie den Markt. Welcher Lieferant bietet Ihnen die günstigsten Konditionen. Können Sie sich vielleicht mit anderen zu Einkaufskooperationen zusammenschließen?

Bevor Sie sich Gedanken über die Finanzierung Ihres Kapitalbedarfs machen, sollten Sie berechnen, ob sich Ihre selbständige Existenz auch auf Dauer lohnt.

 

Lesen sie hier wie man eine Rentabilitätsberechnung erstellt