Die Europäische Zentralbank hat vor einigen Tagen überraschend den Leitzins um 0,25 % auf 1,25 % gesenkt. Damit können sich die Banken preiswerter refinanzieren. Investitionen für Unternehmen werden erleichtert. Die EZB will so die Konjunktur stützen. Doch hilft das auch Existenzgründern?
Zinssenkung soll finanzieren helfen
Der neue Präsident der EZB, Mario Draghi, hat den für die Eurozone gültigen Leitzins erstmals wieder gesenkt. Er liegt jetzt mit 1,25 % noch immer um 0,25 Prozentpunkte über dem seit 2009 gültigen Minimum. Die Senkung ist ein wichtiges Zeichen für die Politik der EZB unter dem neuen italienischen Präsidenten. Niedrige Zinsen verbilligen Fremdkapital und Verschuldung, erhöhen also Konsum und Investition. Gleichzeitig erschweren sie die Bekämpfung der Inflation, die derzeit mit ca. 3 % weit über dem Ziel von 2 % liegt.
Abb.: Leitzinsentwicklung seit 1999
Viele Existenzgründer klagen nicht nur über fehlendes Fremdkapital für neue Projekte, sie werden auch durch die Zinsen dafür belastet. Für sie sollte die Zinssenkung eine gute Nachricht sein. Doch was spart der Gründer wirklich? (Immer vorausgesetzt, die Banken geben die Senkung überhaupt an den Markt weiter.)
Beispiele:
Bei einem Mikrokredit in Höhe von 10.000 EUR, der 6,65 % Zinsen pro Jahr kostet, sinkt die jährliche Belastung von 665 EUR auf 640 EUR. Bei einem KfW-Darlehen über 100.000 EUR beträgt die Einsparung 250 EUR pro Jahr. Solche Beträge sind nicht ausschlaggebend bei der Entscheidung für oder gegen eine Existenzgründung.
Für Existenzgründer sind eine stabile Wirtschaft mit geringer Inflation und ein verbesserter Zugang zum Finanzmarkt wesentlich wichtiger als ein Leitzins, der zu minimalen Einsparungen führt.