02.11.2011

Warum viele Gründungen nicht durchgeführt werden

Der Wunsch nach einem eigenen Unternehmen, nach selbstständiger Tätigkeit ist weit verbreitet. Doch längst nicht alle Menschen, die sich mit dem Gedanken an eine Existenzgründung tragen, setzen diesen auch um. Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn) hat die Gründe dafür untersucht.

Für die Studie wurden Besucher von Gründungsmessen in einem Abstand von 12 Monaten befragt. Demnach hatten

  • 42 % nach 1 Jahr den Gründungswunsch umgesetzt,
  • 30 % den Schritt in die Selbstständigkeit noch nicht gewagt, verfolgten diesen Plan jedoch weiter,
  • 20 % der Befragten das Vorhaben vollständig abgebrochen.

Mit der Studie hat das IfM Bonn (www.ifm-bonn.org) versucht, Faktoren für den Abbruch oder das Verschieben der Gründungspläne zu finden.

Unterschiede gefunden

Die Forscher konnten bei der Auswertung ihrer Befragungen wesentliche Unterschiede zwischen der Gruppe der Gründer, der Aufschieber und der Abbrecher herausarbeiten:

  • Abbrecher planten öfter eine Nebenerwerbsgründung als die übrigen Gründungsinteressierten.
  • Abbrecher hatten häufiger bereits bei der ersten Befragung mit Problemen bei der Finanzierung des Vorhabens gerechnet.
  • Bei den Vorhaben der Abbrecher handelte es sich öfter um eine erste Unternehmensgründung, während die erfolgreichen Gründer häufiger auf vorherige erfolgreiche Gründungen verweisen konnten.
  • Die Aufschieber verfügten öfter als die übrigen Befragten über nur geringe Branchenerfahrungen.
  • Auch die Aufschieber hatten bereits zu Beginn mit Finanzierungsproblemen gerechnet.
  • Positive Gründungserfahrungen waren bei den Aufschiebern ebenfalls häufiger vorhanden als bei den Abbrechern.
  • Die Gründer verfügten über mehr Branchenerfahrung, planten meist eine Vollzeitselbstständigkeit und erwarteten seltener Finanzierungsprobleme.

Wichtige Faktoren: Risiko und Wissen

Bei der Auswertung dieser Fakten kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass vor allem 2 Faktoren den Abbruch oder das Verschieben von Gründungsplänen beeinflussen. Zum einen führt die Angst vor dem Risiko dazu, dass Gründungspläne nicht umgesetzt werden. Zum anderen sind oft Wissensdefizite dafür verantwortlich, dass der Weg in die Selbstständigkeit verschoben oder nicht fortgeführt wird.

Hier kann der Staat, der ein großes Interesse an der erfolgreichen Umsetzung von Gründungsplänen hat, ansetzen. Er kann das Wissen der potenziellen Gründer verbessern und eventuell das Risiko reduzieren.

Die Studie können Sie im Internet herunterladen unter www.ifm-bonn.org/assets/documents/IfM-Materialien-209.pdf


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